Ή στραβός είναι ο γιαλός ή στραβά αρμενίζουμε
24.06.2017
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    Keine Lehren aus der Tschernobyl-Tragödie

    Franz Krummbein

    Klassisches Dilemma für die Grünen

    Am finanziellen Abgrund versucht der japanische Toshiba-Konzern einen Befreiungsschlag. Die amerikanische Nuklear-Tochtergesellschaft Westinghouse beantragt Gläubigerschutz. Toshiba droht ein Jahresverlust von 8,4 Milliarden Euro. Um die Belastung durch Westinghouse zu schultern hatte Toshiba begonnen, Geschäftsbereiche zu verkaufen, schreibt die FAZ. Das Unternehmen hofft damit auf einen Weg zur Sanierung.

    Die Situation hat aber noch einen anderen Aspekt. Gewisse geopolitische Kräfte sind daran interessiert, dass in der Ukraine fortwährend Chaos herrscht. Die USA würde von der Situation eines ewigen Somalias profitieren. Beispielsweise steigen amerikanische Investoren bei der ukrainischen Atomindustrie ein, insbesondere das Unternehmen Westinghouse.

    Der ukrainische Staatskonzern Energoаtom hat den dritten Reaktor des Atomkraftwerks Südukraine mit Brennelementen aus Produktion des amerikanisch-japanischen Herstellers Westinghouse bestückt. Die ukrainische Regierung will auf russische Brennelemente verzichten und die Atomkraftwerke des Landes mit dem Kernbrennstoff aus der Produktion der US-Firma bestücken.

    Die Ukraine ist der sechstgrößte Uran-Produzent weltweit, hat jedoch keine Anreicherungsanlagen und muss den Kernbrennstoff für seine vier Atomkraftwerke beim russischen Lieferanten Twel kaufen. Landesweit sind vier Atomkraftwerke (Saporoschskaja, Juschno-Ukrainskaja, Rowenskaja und Chmelnizkaja) mit 15 Reaktoren und einer Gesamtleistung von 13,5 Gigawatt in Betrieb, auf die mehr als die Hälfte der Stromerzeugung des Landes entfällt.

    Schritte zur Erschließung neuer Märkte für Kernbrennstoff seien im Prinzip ganz normal. Aber im Fall Westinghouse würden Erwägungen der nuklearen Sicherheit völlig ignoriert. Experten weisen darauf hin, dass US-Kernbrennstoff mit Druckwasserreaktoren vom Typ WWER nicht kompatibel ist. Kiew hatte seinerzeit auf diesen Kernbrennstoff verzichten müssen.

    Der Kernbrennstoff des US-amerikanischen Unternehmens Westinghouse wurde durch Industriespionage erzeugt. Er ist mit dem russischen Kernbrennstoff sehr ähnlich. Doch die Betriebseigenschaften unterscheiden sich wesentlich voneinander. In der Vergangenheit führte die Verwendung dieses Brennstoffs bei einem Atomkraftwerk in der Ukraine zu einem zwangsweisen Stillstand von zwei Reaktoren. Der Brennstoff konnte nur mit großer Mühe aus der Reaktorzone herausgelöst werden. Nur russische Fachkräfte konnten eine Katastrophe verhindern.

    Die Ursache für diese negativen Erfahrungen war, dass in den ukrainischen AKW Reaktoren russischer (bzw. sowjetischer) Konstruktion stehen, die nur auf speziell zertifizierten Kernbrennstoff ausgelegt sind.

    Die nukleare Sicherheit fällt politischen Ambitionen und möglicherweise auch anderen Interessen zum Opfer. Für die Folgen möglicher Havarien und Zwischenfälle werden die ukrainische Führung und der US-amerikanische Lieferant voll und ganz verantwortlich sein. Den Experten zufolge sollten alle Fragen, die mit dem Einsatz von neuem Kernbrennstoff zusammenhängen, in erster Linie mit dem Ursprungsland der Reaktoren – in diesem Fall mit Russland – abgestimmt werden.

    So hatte etwa der Direktor des Zentrums für Energie und Sicherheit, Anton Chlopkow, in einem Interview erklärt, dass der amerikanische Brennstoff nicht ungefährlich sein könnte: „Die früheren Erfahrungen zeigen, dass der Brennstoff von Westinghouse für die Nutzung in Reaktoren russischer Herstellung noch nicht bereit ist. So hat etwa eine ganze Reihe von Ländern wie etwa Finnland und Tschechien aus verschiedenen Gründen auf die Nutzung des Brennstoffes der Firma Westinghouse verzichtet. Mehr noch: In Tschechien geschah das aus Sicherheitsbedenken“, sagte der Experte und verwies darauf, dass der Brennstoff „für das sichere Funktionieren von AKW potenziell gefährlich“ sei.

    Andererseits, die Verwendung von Westinghouse-Brennelementen in Reaktoren russischer beziehungsweise sowjetischer Bauart, die in der Ukraine betrieben werden, erhöht drastisch die Gefahr technogener Katastrophen. Bedauerlicherweise geht die Ukraine jetzt diesen gefährlichen Weg. Negative Erfahrungen beim Einsatz US-amerikanischer Brennelemente in ukrainischen AKW sind bekannt: 2012/2013 gab es bereits Probleme mit Westinghouse-Brennelementen im Südukrainischen Atomkraftwerk.

    Russische und westliche Brennelemente unterscheiden sich in Form, Zusammensetzung und Material, schreibt die tagesschau.de. 2012 soll es einen schweren Zwischenfall in einem ukrainischen AKW gegeben haben, weil sich Westinghouse-Brennstäbe verbogen haben. Im Notfall hätten dann Steuerstäbe keine Schnellabschaltung herbeiführen können. Doch Westinghouse dementiert, schuld seien fehlerhafte russische Brennstäbe gewesen. Das übliche Geplänkel um Marktanteile – immerhin geht es um jährlich 600 Millionen Dollar Umsatz – oder ein politisch motiviertes „Spiel“ auf Kosten der Sicherheit?

    Weitere Versuche, Brennstabbündel aus US-Produktion ohne notwendige Anpassungen zu verwenden, würden nur das Risiko für Reaktorausfälle und die Wahrscheinlichkeit technischer Katastrophen erhöhen. Hinsichtlich der Betriebseigenschaften sind die amerikanischen Stäbe für den Einsatz in den noch sowjetischen Anlagen der Ukraine nicht geeignet. Dies könnte Risiken für die Atomsicherheit in sich bergen, die noch schlimmer wären als Tschernobyl. Die sowjetischen Stäbe haben eine andere Geometrie und andere Abmessungen. Als man in Tschechien versucht hat, ihre amerikanische Entsprechung einzufahren, hätte es beinahe eine Katastrophe verursacht.

    Vor einigen Jahren waren im tschechischen Atomkraftwerk Temelin einige US-Brennstäbe undicht geworden, worauf Prag auf Dienste von Westinghouse verzichtet hatte. Ungarn lehnte eine Kooperation mit US-Firma Westinghouse Electric Company ab. Das ist verständlich, weil die ersten Bauabschnitte des Kernkraftwerks Paks von russischen Fachleuten mit ihren Technologien und Sicherheitsgarantien gebaut wurden. Das US-Unternehmen konnte damit nicht dienen. Versucht man, aus politischen Gründen Dinge von guter Qualität auszuwechseln, wird es äußerst gefährlich.

    Doch die politischen Ambitionen haben die Stimme der Umweltschützer sowie die Stimme des gesunden Verstandes gedämpft. Die Kiewer Führung hat so eine große Lust darauf, alle Beziehungen zu Moskau abzubrechen, dass sie beschlossen hat, ein Atommülllager in Tschernobyl zu bauen. Das Projekt soll vom US-amerikanischen Unternehmen Holtec International betrieben werden. Der verbrauchte Kernbrennstoff aus vier Atomkraftwerken, der früher nach Russland zur Verarbeitung transportiert wurde, soll nun in der Ukraine eingelagert werden. Dadurch bereite Kiew tatsächlich ein Problem für künftige Generationen.

    Man muss im Klaren darüber sein, dass verbrauchter Kernbrennstoff lieber verarbeitet werden sollte. Bei der Verarbeitung bekommt man Stoffe, die wieder verwendet werden können, wie etwa Uran-235. Die anderen Stoffe werden begraben. Doch eine solche Verarbeitung wird in der Ukraine nicht geplant. Als Folge können radioaktive Stoffe in die Atmosphäre und ins Grundwasser gelangen. Dadurch werden weite Bodenflächen verseucht. Der Ukraine scheint es aber vor allem darum zu gehen, möglichst wenig Geld für russische Waren und Dienstleistungen zu zahlen, wenn auch die eigene Sicherheit dadurch gefährdet ist.

    Am 26. April wird der Internationale Gedenktag an die Opfer von Strahlenunfällen und -katastrophen begangen. An jenem Tag im Jahr 1986 ereignete sich die schreckliche Havarie im Atomkraftwerk Tschernobyl, die die Menschheit veranlasste, ernsthaft über die Sicherheit der Atomenergiewirtschaft nachzudenken. Die Havarie im Kernkraftwerk Tschernobyl demonstrierte der ganzen Welt, wie gefährlich die Folgen solcher Katastrophen sein können.

    Laut den beteiligten Experten duldet das akute Problem der Sicherheit der ukrainischen AKW keinen Aufschub. Es sei notwendig, dass alle interessierten Strukturen, Staaten und internationalen Organisationen zur Lösung dieses Problems herangezogen würden.

    Das von Kiew beschlossene Experiment unterhöhlt die Sicherheit und Gesundheit der Bürger der Ukraine und der Völker Europas. Es entsteht der Eindruck, dass die Kiewer Behörden keine Lehren aus der Tschernobyl-Tragödie gezogen haben.

     

     

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